Das kurze Leben der Silence LaFair

14.12.2099

Mein Blick glitt über das Hemd im Schaufenster, es war schön, aber leider zu teuer, hätte ich doch nur mehr Geld mitgenommen. Seufzend drehte ich mich um und lief, in Richtung der Treppe zur U-Bahn Station, los. Der Griff meines Koffers schnitt mir in die Hand, ich war es einfach nicht gewohnt schwere Sachen zu tragen. Mit jeder Treppenstufe nach unten wurde ich wütender. Wütend auf meinen Vater, auf meine Mutter auf alle die mir nicht glauben wollten. Ich ging zu einem der kleinen Ticketverkaufsstände. „Wie viel kostet ein Ticket nach Sunrise City?“ Meine Stimme kam mir unnatürlich laut vor und ich  zuckte zusammen. „vierundneunzig, sechzig“ erklang die gelangweilte stimme eines Angestellten. Ich seufzte. Mit zitternden Fingern zählte ich das Geld ab. Mich durchströmt eine Welle der Erleichterung als sich meine Finger um das Ticket schlossen. Dies war die Karte in mein neues Leben. Ich lief zu einer kleinen Bank und wartete auf den nächsten zug.

 

Ihre Stimme erregte meine Aufmerksamkeit. Wo hatte ich die schon mal gehört? Ich beobachtete sie, ihre helle Haut stand im Gegensatz zu ihren dunkelbraunen, fast schwarzen, Haaren. Eingehüllt war ihr zierlicher Körper in einen schwarzen Ledermantel. Silence LaFair. Das war ihr Name. Die Tochter von Jeffrey LaFair, ein Millionenschwerer Manager, und Lana LaFair, einer Schauspielerin. Aber warum griff sie auf so primitive Fortbewegungsmittel zu? Wenn einer der Familie LaFair irgendwo hin wollte wurde diese Person immer von einem Chauffeur und einem Bodyguard begleitet. Plötzlich sah sie sich suchend um. Hatte sie gemerkt dass sie beobachtet wurde? Ihre hellgrünen Augen blieben an mir hängen.

 

Ein Junge beobachtete mich. Ich konnte seine fragenden Gedanken spüren. Was er wohl von mir wollte? Ich sprang auf, meine schritte lenkten mich zu eine der großen Anzeigetafeln. Noch 15 Minuten bis mein Zug kommen würde. Ich ging wider zur Bank zurück und setzte mich. Nach einer weile stand ich wieder auf, lief ein wenig rum und setzte mich wieder. Noch 10 Minuten. Als ich nach einer weile wieder aufstand, um wieder eine Runde zudrehen, wurde ich angesprochen. „Hi. Du bist doch Silence LaFair oder?“ Ich zuckte zusammen und sah auf, vor mir stand der Junge, der mich vorher beobachtet hatte. „Ja bin ich. Und wer bist du?“ Ich sah ihm in die Augen und mir fiel auf das er hellblaue Augen hatte. Er wandte den Blick ab. „Ich bin James Ethan Vaughn“ Er grinste selbstsicher. Dieser Name sagte mir überhaupt nichts. „Muss man den Namen kennen?“ seine Antwort wurde vom quietschen der Bremsen des einfahrenden Zuges übertönt. Ich packte meinen Koffer und ging auf die Tür des Zuges zu.

 

 „Warte mal!“  Sie blieb stehen „Kannst du mir das Geld führ die Zug fahrt leihen?“ Silence drehte sich um. „Dir! Geld leihen, was hätte ich für einen Grund das zu machen?“  Ihr stimme klang genervt. „ähm… Weil du dann jemanden hast mit dem du reden kannst.“ Ich lächelte. Sie verdrehte die Augen. „Wenn ich jemanden zum reden will kann ich mir genau so gut einen Hund kaufen.“ Ich überlegte „Ja aber für mich müsstest du keine steuern zahlen.“ Sie musste grinsen, biss sich aber sofort auf die Lippen und verkniff sich das Lachen. „Okay. Hier aber beeil dich und wehe du haust mit dem Geld ab.“ Ich rannte zu einem Ticketverkaufsstand und kaufte mir ein Ticket.  Ich packte den Seesack den ich immer mit mir rumschleppte und ging zu ihr. Wir stiegen in den Zug ein und Silence setzte sich hin. Als der Zug die Bahnstation verlies atmete sie erleichtert auf. „Und was willst du in Sunrise City?“  Sie hob ruckartig den kopf und fixierte mich mit ihren Augen.  „Ich will endlich frei sein. Weil ich mein eigenes Leben führen will und weil ich jemanden hoffe zu finden der mich versteht.“

 

Was wollte er von mir? „Und du? Was willst du da?“ Er überlegte. „Ich habe einen Auftrag zu erfüllen und das kann ich nur dort.“ Ich lehnte mich zurück und schloss die Augen. „Warum fährst du mit der U-Bahn? Du könntest dich doch von einem Chauffeur fahren lassen?“ seine Stimme klang forschend und ich verspannte mich. „Darauf werde ich nicht antworten, da es dich nichts angeht.“ Seine Augen sahen mich verständnislos an. Darauf hin nahm ich mein I-Pod raus und hörte Musik. Er beobachtete mich, ich sah auf „Was ist?“ ich fixierte ihn. „Darf ich mit hören? Bitte“  Ich überlegte. „Okay meinetwegen. Komm her.“ Er setze sich neben mich und ich gab ihm ein Stöpsel. Ich schloss meine Augen und schlief fast Augenblicklich ein.

 

Silence schlief. Nach und nach sackte ihr kopf gegen meine Schulter. Ich nahm ihren I-Pod und suchte ein wenig rum. Ich fand die Sprachmemos.  15.12 2098 war der erste Eintrag. „ Heute habe ich Geburtstag. Mein Vierzehnter. Dad hat gesagt das er mir etwas Besonderes schenken wir. Etwas was mir sonst keiner schenken kann. Ich freue mich so. Ich hab mich gestern mit Mom gestritten. Aber das ist ja nicht so schlimm. Dad hat sie deswegen total angeschnauzt. Er hat mich viel lieber als sie und das macht mich Froh.“ Die erste Aufzeichnung endete hier. 16.12.2098 „ Ich fühle mich plötzlich älter. Mein Vater hat mir ein sehr tolles Geschenk gemacht“ Silence´s Stimme wurde von einem schluchzen geschüttelt „ Meine Entjungferung. Mein eintritt in die Welt der Frauen wie er es nannte. Als meine Mutter aus dem Haus war hat er mich in sein Zimmer geholt. Er hat mir ein Glas Wodka zutrinken gegeben. Danach nahm ich alles nur noch schattenhaft war. Mein Vater schob mich auf sein Bett zu, ich dachte mir nichts dabei. Als er mich aufs Bett legte und seine, widerlichen, Hände unter mein Hemd schob, wollte ich mich wehren war aber nicht in der Lage das zu tun. An mehr erinnere ich mich nicht mehr. Aber als ich aufwachte, lag er neben mir. Er war nackt, ich auch. Als  mein Vater erwachte, fragte er mich ob es mir gefallen hat. Ich schlug ihm ins Gesicht und rannte aus dem Zimmer. Ich hasse ihn. Meine Gefühle wollen ihn umbringen. Aber mein Verstand hält mich zurück. Leider“  Plötzlich bewegte sich Silence. Schnell schaltete ich wieder auf eine Ihrer Playlist´s zurück.

                             

Ich öffnete die Augen. Mein Kopf lehnte an einer Schulter. Ich sah mich verwirrt um wo bin ich. Als ich James in die Augen blickte erinnerte ich mich. Ich zuckte zurück. Er sah mich mit großen Augen an. Als ob er irgendwas über mich erfahren hätte. Mein I-Pod war fast leer. Ich schaltete ihn aus. „Kommst du mit was essen?“ meine Stimme hörte sich rau an. James nickte und stand auf. Ich ging in den Speisewagen und bestellte mir ein Capuccino. „Hab ich lange geschlafen?“ James nickte. „ca. Zwei Stunden.“  Mit meinem Capuccino in der Hand ging ich wieder in unser Abteil. Dort schaltete ich den Fernseher an.  Sofort erklang die stimme eines Nachrichtensprechers. „seid dem 07.12.2099 als vermisst gemeldet. Beamten in den umliegenden Städten werden informiert und Steckbriefe ausgehängt.“ Ich erstarrte mitten in der Bewegung.  Mein Blick blieb am Bildschirm hängen, aber der Nachrichtensprecher hatte sich schon einem anderen Thema zugewendet. Ich versuchte so normal wie möglich mich an meinen Platz zu setzen und trank meinen Kaffee. James setzte sich mir gegenüber. „Was ist?“ Er war erst später rein gekommen und hatte von der Nachricht nichts mitbekommen. „Ach nichts.“

 

Ich setzte mich ihr gegenüber. Nach ca. einer stunde waren wir in Dorth, einem kleinen Städtchen, angekommen. Wir mussten aussteigen. Zwei tage zwischen stopp. Ich nahm meinen Seesack und  Silence´s Koffer. „ Gib meinen Koffer sofort  wieder her. Na los wird’s Bald?“ Ich  reichte ihr ihren Koffer und ging raus. Auf dem Bahnsteig angekommen sah Silence sich ratlos um. „Weist du wo du übernachten kannst?“ Ich sah ihr in die Augen. „Na ja nicht wirklich. Aber ich denke ich geh einfach in ein Hotel“ diese antwort hatte ich erwartet. „In Dorth gibt es keine Hotels oder Motels. Aber du könntest bei einem Kumpel von mir schlafen. Da geh ich jetzt auch hin.“ Silence überlegte. „Okay ich komm mit“ Ich nickte und ging los. Silence mühte sich mit ihrem Koffer ab. Aber ich sah dass sie es schwer hatte ihn zu tragen. „Soll ich wirklich nicht deinen Koffer tragen?“ Sie schluckte „Nein das schaff ich schon.“ Ich zuckte mit den Schultern „Okay wenn du meinst.“ Nach zehn Minuten standen wir vor einer kleinen Hütte.  Ich klopfte an. „ Freddie? Bist du da?“ drinnen erklangen schritte, langsam öffnete sich die Tür einen spalt breit. „James?“ Ich nickte „Was machst du hier? Ich hab dir gesagt du sollst nicht wieder kommen.  Nicht nach dem  was damals geschehen ist.“ Silence schaute mich fragen an. „Was geschah damals?“ fragte sie leise. Freddie öffnete die Tür ein wenig mehr.  „Ach jetzt hast du sogar jemand mitgebracht. Wie ich dich kenn willst du übernachten oder? Na klar wie immer wenn du zu mir kommst. Bin ich ein Hotel? Nein bin ich nicht und ich hab auch keine Lust abdauernd irgendwelche Leute aufzunehmen die ich nicht kenn.“ Freddie war ehrlich aufgebracht. „Na ja ich muss nicht hier schlafen wenn du das nicht willst. Ich wollte eigentlich eh in einem Hotel schlafen.“ Silence fühlte sich eindeutig unwohl. „Ach was. Freddie komm schon. So schlimm ist es doch gar nicht. Man lernt nette Leute kennen, du kannst dich unterhalten und du erfährst mal wieder was von der Stadtwelt und den Geschehnissen dort.“ Freddie gab sich geschlagen. „Okay kommt rein wenn es  unbedingt sein muss.“  Er öffnete die Tür ganz, so das wir eintreten konnten. Ich ging auf die Tür zu und wollte rein. Hinter mir jedoch bewegte sich Silence kein Meter. Also ging ich zu ihr und wollte sie am Arm mit ziehen. Doch als ich sie berührte, zuckte sie zusammen und schlug mir mit  der Faust ins Gesicht. „Fass mich nie wieder an.“ Fauchte sie und ging rein. Ich stand vor der Tür und schaute ihr verblüfft nach. Freddie lehnte am Türrahmen und lachte lauthals.  „Halt die Klappe Freddie.“ Ich richtete mich auf und ging rein.  

 

Meine Hand schmerzte. Warum hatte ich so überreagiert? Ich kam in einen kleinen Raum wo drei Betten, ein Tisch und ein kleiner Herd standen. Hinter mir kam James in den Raum. „Sag bloß hier schlafen wir?“ James nickte „ Ich soll mit euch zusammen in einem Zimmer schlafen?“ Er nickte wieder. „Ja sollst du. Das ist doch nicht schlimm für dich oder?“  Ich schluckte. „Nein das werde ich schon schaffen.“ Ich legte ihren Koffer auf ein Bett das unbenutzt aussah.  James ging zu dem anderen unbenutzten Bett.  Freddie kam rein und stellte einen kleinen Topf auf den Herd. „wer will was zu essen?“ James nickte „Ich nehme was.“  Mein Magen grummelte leicht. „ich auch“ Freddie grinste. „okay dann werde ich ein Fünf Sterne Menu für meine sehr willkommenen Gäste herrichten.“ Seine Stimme triefte vor Ironie. Ich setzte mich auf mein Bett. „Hast du eine Steckdose?“ er sah mich beleidigt an. „Natürlich hab ich eine. James zeig sie ihr.“ James nahm mein I-Pod aus meiner Hand und verkabelte ihn mit einer Steckdose. „Wenn es euch nichts ausmacht schlaf ich ein wenig.“ James und Freddie nickten nur und James sagte „Mach du nur. Die Zug fahrt war anstrengend. Schlaf dich aus.“ Ich legte mich unter die Decke und schloss die Augen und lies mich ins Reich der Träume sinken.

 

Freddie sah mich fragen an. „Wer ist sie? Sie kommt mir irgendwie Bekannte vor.“ Ich grinste. „sollte sie auch. Sie ist Silence LaFair.“ Freddie starrte mich an. „Warum reist sie mit dir?“ Ich zuckte mit den schultern. „Ich traf sie in Wayce bei einer U-Bahn Station. Und da dachte ich reise mit ihr.“ Freddie sah mich kritisch an.  „ wirklich?  Und da steckt kein Auftrag dahinter?“ „Ähm… doch irgenbwie schon. Ich …“ ich drehte mich zu Silence um. „Ich erzähl es dir später ja?“ Ich setzte mich auf mein Bett und nahm Silence I-Pod und hörte weiter. 13.01.2099 „Er hat es schon wieder gemacht. Diesmal sogar als meine Mutter im Haus war. Als ich nach meinem Geburtstag Mom davon erzählt habe hat sie mir nicht geglaubt und mir mit Enterbung gedroht, falls ich damit zur Presse gehen würde.“Das hätte ich nicht von Jeffrey LaFair erwartet. Silence tat mir echt Leid kein wunder dass sie nicht berührt werden wollte. Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf als ich das nächste Memo öffnete. 20.02.2099 „Heute war meine Mutter auf einer Museums Eröffnung. Am Abend dann hat mein Vater ein Bekannten mitgebracht.  Sie haben erst Zwei Flaschen Sekt getrunken, dann ist mein Vater in mein Zimmer gekommen und hat mich runter ins Wohnzimmer gezerrt. Dort hat er mich zusammen mit seinem Kumpel vergewaltigt. Dann hat mein Vater mich geschickt dass ich noch zwei Flaschen holen soll. In eine Habe ich Schlaftabletten getan. Glücklicherweise schliefen sie sofort ein ohne mich noch mal zu berühren.  Danach hab ich mich in mein Zimmer eingeschlossen.“  Ich schloss die Augen.  Wie konnte Sie das nur aus halten?  Ich wäre sicher schon lange zusammen gebrochen. 23.02.2099  „ Als mein Vater nach der Schlaftablette aufgewacht ist hat er mich verprügelt. Aber ich hab es nicht wirklich gespürt, da ich gelernt hab schmerz auszublenden.  Er hat mehrere male auf mich eingeschlagen und mich angebrüllt. Danach hat er mich gegen den Schrank geworfen. Ich hab mich ins Bad eingeschlossen und mich verarztet.“Mit zitternden Händen legte ich den I-Pod weg. „Was hörst du dir an? Du siehst geschockt aus.“ Freddies Stimme erschreckte mich. „Ach nichts Wichtiges.“  „Okay wenn du meinst. Weckst du Silence? Das Essen ist fertig.“ Ich nickte, stand auf und ging zu ihr. Ich berührte sie leicht am Arm „Silence? Aufwachen“ Sie schlug die Augen auf und sah sich schockiert um „Wo bin ich? Warum sind wir nicht mehr im Zug?“ „Wir haben hier in Dorth Zwischenhalt.“ Beruhigte ich sie. Silence richtete sich auf und sah Freddie an. „Ach so. Ist das Essen fertig? Ich hab tierischen Hunger.“  Freddie setzte schwungvoll einen Topf auf den Tisch. „Natürlich. Essen ist angerichtet.“ Silence ging zum Tisch und nahm auf einem Stuhl platz.

 

Das Essen roch lecker. Ich reichte meinen Teller zu Freddie und er tat mir eine groß zügige Kelle drauf. Obwohl das Essen so lecker roch, verging mir augenblicklich der Appetit. Das Essen, wie ich es irrtümlicher weise genant hatte, sah aus wie schon mal verdaut und wieder ausgekotzt. Ich zwang mich zu essen. Aber es schmeckte leckrer als es aussah. Nach zwei Tellern war mein Hunger gestillt. „Was war das? Das war echt lecker.“ Freddie musterte mich. „Willst du wirklich wissen was das ist?“ Ich nickte „Ähm… Ratte mit Wurzeln aus meinem Garten.“ Ich würgte. „Oh mein Gott und so was lässt du mich essen?“ Freddie grinste. „Du wolltest es ja unbedingt wissen.“  Ich stand auf und ging Richtung Tür. Hinter mir hörte ich Freddie fragen „Hab ich was falsches gesagt?“ Die Antwort von James hörte ich nicht mehr da ich schon draußen war. Ich setzte mich auf einen Felsen und schaute in die, sich verdüsternde, Nacht.„Es ist schön hier, nicht war?“ Ich erschrak und fuhr herum. Hinter mir stand James. „Schleich dich nie wieder an mich ran.“ Ich drehte mich von ihm weg. „Und ja hier ist es schön.“ James setzte sich neben mich. „Ich habe noch nie eine so klare Nacht erlebt.“ Meine Stimme zerriss die stille die uns umgeben hatte. „In Wayce war der Himmel immer bewölkt.“ James nickte, „Ja. Das fande ich das schrecklichste dort. Nie hat man den Himmel gesehen.“  „mhm. Ich kenn Es nicht anders. Ich bin dort aufgewachsen und war nur selten auf dem Land.“ Sofort verschloss ich meinen Mund wieder, ich wollte nichts aus einem Leben erzählen, mich nicht an die noch schönen Zeiten erinnern. Ich spürte seinen Blick auf mir und drehte mich zu ihm. Seine hellblauen Augen musterten mich. Es war mir unangenehm so angestarrt zu werden. Ich wandte mich wieder ab. „Was hast du in Wayce gemacht?“ ich versuchte mich, von seinem Blick, abzulenken. „ Ich habe auf eine Chance gewartet. Aber sie ist an mir vorbei gezogen ohne mich zu beachten.“  Ich mochte die art wie er sprach nicht. In Rätseln und keine klare antworten. Ich zitterte, der Wind hatte aufgefrischt. James rückte näher und legte mir seinen Arm um die Schulter. Ich sprang auf „ Ich hab es Dir doch schon mal gesagt. Nicht Berühren.“  Ich rannte in den Wald. Ich lief mal wieder weg.

 

Ich sahs draußen auf dem Felsen und kam mir irgendwie doof vor. Ich hätte doch kapieren müssen das Silence Angst davor hatte berührt zu werden. Nach dem was ihr passiert war das nur verständlich. „Was hast du denn mit der Gemacht?“ Freddie war nach Silence aus der Hütte getreten.  „Mhm… Tja ich weis auch nicht so wirklich. Aber ich denke es ist nicht sonderlich gut sie allein zu lassen. Ich werde sie suchen.“ Ich stand auf und wollte in die Richtung laufen, in die sie verschwunden war. Aber Freddie hielt mich fest „Ich denke dass es nicht so gut ist wenn du sie versuchst zu beruhigen. Immerhin hast du sie so aufgeregt. Ich werde sie suchen.“ Ich sah ihn erstaunt an. „Okay. Wenn du meinst. Viel glück und berühr sie  nicht. Sie ist ziemlich empfindlich.“ Freddie nickte und drehte sich um und verschwand im Dunkeln. Ich ging zurück in die Hütte.

 

Warum verstand er nicht dass ich nicht berührt werden wollte. Als ich stolperte und hin fiel, machte ich mir gar nicht mehr die mühe aufzustehen. Ich rollte mich auf dem Boden zusammen und lies meinen Tränen freien lauf. Plötzlich spürte ich das jemand an mich dachte, und dieser jemand war ziemlich nah an mir dran. Ich rappelte mich auf und rannte weiter. Ich wollte nicht gefunden werden. Ich hörte hinter mir schritte, ich beschleunigte mein tempo. Vor mir erschien ein Fluss, ich konnte grade noch abbremsen sonst wäre ich total hinein gerannt. „Silence! Bitte bleib stehen.“ Ich hatte James Stimme erwartet, aber nicht Freddies. Ich drehte mich zu ihm. „Was willst du?“ Er trat näher. „Ich will dich zurückholen Ich weis nicht warum du so ausgetickt bist und eigentlich will ich es auch nicht erfahren. Aber ich will dass du wieder kommst. Hier in den Wäldern ist es sehr gefährlich, du weist nicht was hier für Tiere leben. Bitte komm mit.“ Ich schüttelte den Kopf. „Nein. Ich geh Heute nicht mehr zurück in diese Hütte und auch nicht zurück zu James. Das schaffe ich nicht.“ Freddie nickte. „Okay. Ich habe hier in der nähe noch eine kleinere Hütte dort kannst du hin wenn du willst.“ Ich lächelte ihm dankbar zu. „Wo geht es lang?“ Er zeigte in die Richtung aus der er gekommen war. „Danke!“ Ich lief in die Richtung, hinter mir hörte ich Freddies Schritte.  Nach ein paar hundert Metern stand ich vor einer kleinen Hütte. „Das ist es.“ Ich ging zur Tür und öffnete sie vorsichtig. Drinnen tastete ich nach einem Lichtschalter, plötzlich flackerte eine kleine Stehlampe auf. Ich fuhr herum „Wie hat du das gemacht?“ Freddie grinste und hielt eine Fernbedienung hoch. „Hier mit. Ich habe festgestellt, dass es sehr viel praktischer ist nicht immer zu einem Lichtschalter gehen zu müssen.“ Ich trat in den Raum. Er war nicht sonderlich groß, aber er sah ordentlicher aus als die Hütte von Freddie. In einer Ecke stand ein ordentlich gemachtes Bett und gegenüber ein kleiner Tisch an dem zwei Stühle standen. Ich lies mich auf einen der Stühle fallen und seufzte. „Es ist schön Hier. Komm setz dich noch ein bisschen zu mir.“ Ich lächelte ihm freundlich zu. Er trat zögernd zum Tisch und setzte sich mir gegenüber. „Wo hast du James kennen gelernt?“ Ich wollte es unbedingt wissen. „Na ja…weist du was James Vater für einen Beruf hat?“ Ich schüttelte den Kopf. „Okay. Sein Vater arbeitet für die Mafia. Und …“ Ich lachte auf „Er arbeitet für die Mafia? Du verarschst mich doch.“ Er sah mich amüsiert an „Nein! Das Stimmt. Kann ich weiter machen?“ Ich nickte „Sorry“  „Nicht so schlimm. Ähm…. Ach genau. Als James Vater das Haus zerstörte in dem Meine Familie wohnte, starben meine Eltern und meine Schwester. James fand mich und fragte seinen Vater ob dieser mich nicht adoptieren will“  Ich starrte ihn ungläubig an. „Doch wirklich so war es. James Vater willigte ein. Das war vor Sechs Jahren? Glaube ich. James und ich sind eigentlich wie Geschwister. Wir streiten uns, vertragen uns wieder und so weiter. Aber das Kennst du bestimmt.“ Ich schluckte. „Nein! Ich habe keine Geschwister.“ Freddie zuckte mit den Schultern. „Dann kennst du es bestimmt von deinen Freundinnen.“ Ich schüttelte den Kopf. „Was soll das heißen? Hast du etwa keine Freundinnen? Niemandem dem du deine Probleme erzählen, und dich ausheulen kannst?“ Ich nickte „Das ist schrecklich. Hattest du nie jemanden?“ Ich schloss die Augen. „Nein. Ich wurde von Privatkehrern unterrichtet und war fast nie unterwegs und wenn, dann nur in Begleitung von Bodyguards. Mein Vater hat mich beschützt wie ein Schatz. Er hat sich immer gut um mich gekümmert. Aber nur um mich zu täuschen.“ Ich schluchzte und mir liefen die tränen runter. „Wie meinst du das? Nur um dich zu täuschen?“ Ich schüttelte den Kopf. „Nichts. Vergiss es einfach wieder. Bitte!“  Ich spürte wie sich eine Hand auf meine Schulter legte und zuckte zusammen. Ich wollte aufspringen und ihn anbrüllen, aber ich hatte nicht die Kraft dazu. Ich sank in mich zusammen und lies meinen Tränen freien lauf. Freddie reichte mir ein Taschentuch, daraufhin lächelte ich ihm dankbar zu. Er zog sich den Stuhl zu mir und setzte sich neben mich.  Ich lies meinen Kopf auf seine Schulter sinken. Das Gefühl war ungewohnt. Aber es war angenehm sich nicht aus eigener kraft aufrecht zuhalten, Sondern eine Stütze zu haben. Plötzlich öffnete sich die Tür. James stand dort uns sah uns erstaunt an. „Was willst du hier?“ Meine Stimme hörte sich verheult an.  „Ich hab euch gesucht. Ich wollte mich entschuldigen das ich dich berührt habe, aber wie ich sehe lässt du dich Sehrwohl berühren.“ Seine Stimme klang eifersüchtig. „James. Es war nichts. Ich hab ihr erzählt wie wir uns kennen gelernt haben…..“ Er schnaubte auf „Ja und des wegen liegt sie heulend in deinem Arm.“ James drehte sich um und verschwand wieder.Freddie sprang auf. „Sorry aber ich muss ihm hinter her. Es kann nicht sein das wir uns wegen dir streiten.“ Ich nickte. „Okay ich versteh das.“  Freddie rannte aus der Hütte. Ich hörte wie er nach James rief.

 

Ich war wütend. Was bildete die sich eigentlich ein. Sobald ich sie berührte, war die Hölle los wenn aber Freddie sie berührte. Kein Problem! Aber höchstwahrscheinlich hatte ich nur überreagiert. Aber was soll’s. Sie war nur ein Auftrag. Ich verstand nicht warum ich eifersüchtig war, ich kannte sie ja kaum.  Ich lief Richtung Pub, dort angekommen bestellte ich mir ein Wodka und setzte mich an einen Tisch, der etwas abseits der anderen Tische stand. Plötzlich klingelte mein Handy „James Ethan Vaughn“ eine melodische Stimme meldete sich am anderen Ende „ Hallo James. Ich bin’s Valery. Erinnerst du dich an mich?“  Ich überlegte kurz. „Valery May Lu? Natürlich! Woher hast du meine Nummer?“ Valery lachte „Ach die, die habe ich von deinem Vater bekommen. Ich soll dich von ihm Fragen wie weit du mit deinem Job bist.“ Ich atmete aus. „Na ja. Sag ihm es läuft nicht perfekt aber besser als erwartet.“ Ich hörte wie jemand meinen Namen rief. „Sorry ich muss auflegen. Freddie sucht mich.“ „Freddie? Bist du in Dorth?“ Ich nickte bis mir einfiel das Valery das nicht sehen konnte. „Ja. Warum?“ Valery antwortete erfreut. „Ich bin auch in Dorth. Wir können uns ja morgen treffen oder?“ Ich antwortete nicht. Eigentlich konnte ich Valery ja nicht leiden. „Ja okay dann komm ich morgen um 10 zu Freddies Hütte. Bis Morgen dann.“ Damit legte Valery auf. Ich steckte mein Handy in meine Hosentasche. „Hey James“ Ich blickte auf. Freddie stand vor mir. „Ach. Wenn haben wir denn da? Konntest du dich von Silence los reißen?“ Freddie lies sich auf einen Stuhl sinken. „Ach James. Es war nicht so wie du denkst… Wirklich“ Ich blickte ihn kritisch an. „Wirklich?“ Freddie nickte „Wie war es dann? Erzähl es mir.“ Freddie bestellte sich einen Cappuccino „Als okay. Ich hab sie gesucht und dann natürlich gefunden. Silence wollte aber nicht mehr in die gleiche Hütte wie Du. Also hab ich sie in die Zweit Hütte gebracht. Dort wollte sie dann Unbedingt wissen wie wir, Du und Ich, uns kennen gelernt haben. Also hab ich es ihr erzählt. Ich hab ihr erzählt dass wir uns auch öfter gestritten haben, uns aber immer wieder vertragen haben. Und dann hab ich gesagt, dass sie das aber bestimmt von ihren Geschwistern oder Freundinnen kennt. Daraufhin antwortete sie, sie habe keine Geschwister oder Freundinnen. Aber ihr Vater habe sich immer gut um sie gekümmert. Und dann sagte sie, dass ihr Vater das aber nur gemacht hat um sie zu täuschen. Weist du was sie damit meint?“ Ich schluckte. Sollte ich es Freddie erzählen oder nicht? „Ja ich weis was sie damit meint. Aber ich bin mir nicht sicher ob ich es dir erzählen darf.“  Freddie sah mich flehend an. „Och komm schon ich erzähl es auch nicht weiter.“ Ich schüttelte den Kopf „Nein das kann ich nicht. Ach ja Morgen kommt Valery May Lu, sie will sich mit mir treffen.“ Freddie sah so aus als ob er überlegte „Valery? Die dumme kleine Schlampe mit der du letztes Jahr zusammen warst?“


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